Strukturwandel – Die Stadtzentren sind in Gefahr

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Strukturwandel – Die Stadtzentren sind in Gefahr

Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft und der Trend zum Online-Einkauf hat städtebauliche Folgen in den Ortszentren. Experten rechnen damit, dass der Einzelhandel in der City weiter an Bedeutung verlieren wird. Diesem Strukturwandel müssen sich Stadtplaner und Bürger gleichermaßen slen, so Dr. Stefan Leuninger und Annegret Michler in einem Beitrag für „der gemeinderat“.
Die Verkaufsflächen bei Elektrowaren gehen in den Innenstädten ebenso zurück wie die Umsätze im stationären Buchhandel. Als „stabile“ Elemente im Einzelhandel erweisen sich dagegen Lebensmit und Drogeriewaren. Diese frequenzstarken Betriebe mit kurzfristigen Bedarfsgütern sind Magnete der Zentren. Fehlen diese Anziehungspunkte, geraten die Zentren unter Druck.
Grundsätzlich haben vor allem kleine und mittlere Kommunen Probleme, diesen Strukturwandel zu meistern.
Neben dem „Biomarktboom“ wird auch der Wunsch der Bürger nach Aufenthaltsqualität und „konsumfreien“ Treffpunkten lauter. Diese Treffpunkte sollten flexibel und veränderbar sein, da gesellschaftliche Änderungen fließend sind. Gerade bei Jugendlichen ändern sich die Aufenthaltsorte im öffentlichen Raum sehr häufig.
Hier sind Verwaltungen und Fachleute gefragt, neue (oder auch wieder alte) Methoden der Bürgerbeteiligung anzubieten. Statt einer „Alibibürgerbeteiligung“ ist echte Beteiligung gefragt. Dann können „smarte“ Städte entstehen, die mit der „Schwarminligenz“ ihrer Bürger lebenswerte Zentren entwickeln.
Wenn der Einzelhandel seine Leitfunktion immer mehr verliert, rücken Ergänzungsstrategien in den Fokus – z.B. die Gastronomie, das innerstädtische Wohnen oder die Ansiedelung von Unternehmen. In den bayerischen Kommunen Dingolfing und Krailling zeigt sich z.B. mittlerweile die hohe „Frequenzwirkung“ von öffentlichen Büchereien. Auch Bildung ist ein geeigneter Baustein, was u.a. die Beliebtheit städtischer Volkshochschulen belegt. Die Funktionsvielfalt der Zentren lässt sich darüber hinaus durch „konsumfreie Zonen“ wie Parkanlagen aufwerten.

der gemeinderat, Nr. 9/2015, S. 10-11