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Entwässerungs- und Verkehrsplanungen für ein neues Landtechnik-Dienstleistungszentrum in Spelle

Die Landtechnik Vertrieb & Dienstleistungen (LVD) Bernard Krone GmbH handelt hauptsächlich mit Neu- und Gebrauchtmaschinen sowie Ersatzteilen für die Landwirtschaft. Die vorhandenen Gebäude am Standort in Spelle (Niedersachsen) sind modernisierungsbedürftig, die vorhandenen Flächen an ihren Kapazitäts- und Auslastungsgrenzen. Daher wurde der Neubau des Verwaltungsgebäudes inklusive Lager und Werkstatt, der Gebrauchtmaschinenhalle sowie des Waschplatzes beschlossen. Die Wahl des neuen Standorts fiel auf eine 1,3 km vom alten Standort entfernte rund 5,6 ha große Fläche, ebenfalls im Gewerbegebiet Spelle-Ost.

LINDSCHULTE Münster

wurde mit den Objektplanungen für die Ingenieurbauwerke und die Verkehrsanlagen von Leistungsphase 2 bis 8 sowie der örtlichen Bauüberwachung beauftragt, außerdem mit der Tragwerksplanung für den Waschplatz.

Ingenieurbauwerke

Die Planung der Entwässerungseinrichtungen umfasste die Regen- und Schmutzwasserkanäle sowie zwei Regenrückhaltebecken und -gräben mit einem Gesamtvolumen von 850 m³. Eines der Regenrückhaltebecken wird mit Grundwasseranschnitt als repräsentative Teichanlage zwischen Portlandstraße und dem Verwaltungsgebäude erstellt.

Vorläufig gesichertes Überschwemmungsgebiet

Die Besonderheit der Genehmigungsplanung lag darin, dass die Fläche des neuen Standorts innerhalb des vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebietes liegt. Eine wasserrechtliche Genehmigung kann nur in Ausnahmefällen und unter bestimmten Voraussetzungen erteilt werden. So muss durch die Maßnahme verlorengehender Hochwasserrückhalteraum ausgeglichen und das Vorhaben „hochwassersicher“ ausgeführt werden. Die Ermittlung des entfallenden Retentionsraums erfolgte mittels digitalem 3D-Geländemodell.

Um die Hochwassersicherheit zu gewährleisten, werden sämtliche Gebäude oberhalb der Überschwemmungshöhe des hundertjährlichen Hochwassers errichtet.

Entwässerungskonzeption

Das Schmutzwasser aus dem Verwaltungsgebäude und den Sozialtrakten sowie die behandlungsbedürftigen Abwässer vom Waschplatz werden zentral gesammelt und über ein Pumpwerk an den vorhandenen öffentlichen Schmutzwasserkanal angeschlossen. Dafür werden 175 Meter DN 250 aus Polyethylen mit hoher Dichte (PEHD) verlegt und eine rund 540 Meter lange Druckrohrleitung DA 160 PE-HD gebaut. Die Förderleistung des etwa 2,9 Meter tiefen Pumpwerks beträgt maximal 17 l/s.

Das Niederschlagswasser der befestigten Flächen wird über verschiedene Wege gefasst und abgeleitet. Das Regenwasser der Dachflächen wird über Regenfallrohre innerhalb oder außerhalb der Gebäude nach unten geleitet und über Leitungen zu den Regenrückhaltebecken/-gräben geführt.

Mit Schotterrasen befestigte Flächen besitzen eine hohe Wasserdurchlässigkeit, anfallendes Regenwasser versickert durch die offenen Poren in den Untergrund. Eine separate Ableitung ist nicht notwendig. Die Niederschlagswässer der im Norden angeordneten Parkplätze werden einer Versickerungsmulde zugeführt.

Die asphaltierten und mit Betonsteinen gepflasterten Flächen leiten anfallendes Niederschlagswasser mit Gefälle zu den an Tiefpunkten liegenden Straßen und Hofabläufen, die das Wasser über Rohre in das Regenrückhaltebecken einleiten. Da das südliche Regenrückhaltebecken bis zu 200 Meter von den Straßen- und Hofabläufen entfernt ist, wurden Regenrückhaltegräben angelegt, um die Einmündung der Rohre auf kurzem Wege und mit ausreichend Gefälle zu ermöglichen. Die Regenrückhaltebecken speichern große Mengen des zugeführten Niederschlagswassers, indem sie über ein Drosselbauwerk nur eine bestimmte Menge kontinuierlich an den Altenrheiner Bruchgraben abgeben. Durch die Verzögerung und Rückhaltung wird eine hydraulische Überlastung des Gewässers vermieden.

Insgesamt werden zur Ableitung des Regenwassers 1.250 Meter Regenwasserkanäle DN 250 bis 500 Polypropylen (PP) verlegt.

Waschplatz nach BUmwS

Für die Reinigung der landwirtschaftlichen Fahrzeuge wird ein Waschplatz südlich des geplanten Verwaltungsgebäudes benötigt.
Dessen Sohle (ca. 400 m²) wurde gemäß der Richtlinie für Betonbau beim Umgang mit wassergefährdenen Stoffen (BUmwS) aus flüssigkeitsdichtem Beton und mit Neigung zur Flächenmitte erstellt. Am südlichen Rand wird die Fläche durch eine rund 1,6 Meter hohe Stahlbeton-Winkelstützwand begrenzt. Die übrigen Randbereiche sind mit einer Absenkrinne eingefasst. Neben dem Waschplatz wurden zur Reinigung der Waschabwässer ein Koaleszenzabscheider und ein Probenahmeschacht eingebaut.

Verkehrsanlagen

Die Anbindung der neuen Flächen an die Portlandstraße erfolgt über eine separate Abbiegerspur. Auf dem Gelände werden die häufig befahrenen Hauptverkehrswege (ca. 3.900 m²) asphaltiert. Die Flächen sind mit Betonsteinpflaster bzw. Schotterrasen befestigt. Das Ausstellungsgelände, das für die jährlich stattfindende Hausmesse genutzt wird, ist unbefestigt.

Die konsequente Entwurfs- und Ausführungsplanung und intensive Betreuung durch LINDSCHULTE Münster haben zur schnellen erfolgreichen Umsetzung der Gesamtmaßnahme geführt. Dabei stellte die Bewältigung der im Planungsprozess variierenden Rahmenbedingungen aufgrund des engen Zeitrahmens eine besondere Herausforderung dar.

Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Heinfried Drewer-Gutland

Geschäftsführer


  • LDV Spelle: Regenrückhaltebecken
  • LDV Spelle: Versickerungsmulde
  • LDV Spelle: Gesamtentwässerungslageplan
  • LDV Spelle: Bau des Regenrückhaltegraben
  • LDV Spelle: Bau des Waschplatzes