LDV Spelle: Gesamtentwässerungslageplan
Entwässerungs- und Verkehrsplanung für ein neues Landtechnik-Dienstleistungszentrum in Spelle
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ABUS KranHaus, Bild: ABUS/Hans Juergen Landes Fotografie, info@landesfoto.de - Außenansicht
ABUS KranHaus: Austellungs und Trainingszentrum
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Ersatzneubau Warnow-Brücke Schwaan

Die dreifeldrige ehemalige Hubbrücke in der mecklenburgischen Stadt Schwaan im Landkreis Rostock war eine Straßenbrücke über die Warnow. Die Brücke wurde unter teilweiser Nutzung der alten Widerlagergründung (Holzpfähle aus dem Jahre 1828) im Jahre 1928 errichtet. Infolge Kriegseinwirkungen wurde der Überbau des Mittelfeldes 1945 zerstört. 1958 wurde dieser Überbau neu eingesetzt. Im Zuge dieser Bauarbeiten sind der Antrieb der Hubvorrichtung umgebaut bzw. erneuert und Teile des Hubgerüstes ergänzt worden. Der stählerne Überbau des Mittelfeldes wurde 1989 ein weiteres Mal erneuert.

Tauchuntersuchungen

Im November 2008 wurde eine Tauchuntersuchung vorgenommen, die zeigte, dass eine Vielzahl von Pfählen durch Brüche und Durchrostung keine Tragfähigkeit mehr aufwiesen und nicht mehr instand zu setzen waren. Gemäß den durchgeführten Bauwerksprüfungen und weitergehenden Untersuchungen war die Standsicherheit für das Bauwerk nicht mehr nachweisbar.

Prüfung der Tragfähigkeit

Prüfingenieur Michael Schwesig wurde beauftragt, die Tragfähigkeit der Mittelpfeiler und der Hubvorrichtung zu beurteilen – mit dem Ergebnis, dass das Hubgerüst 2009 entfernt und das Bauwerk für den Kraftverkehr gesperrt wurde. Fußgängerverkehr konnte noch zugelassen werden. Bei der Brücke bestanden erhebliche Schäden und Mängel an sämtlichen elektrischen, elektrotechnischen und maschinentechnischen Anlagen. Es waren weder die Standsicherheit, noch die Dauerhaftigkeit oder die Verkehrssicherheit gegeben. Auch ein Öffnen der Hubbrücke war nicht mehr möglich. Nachdem klar war, dass die Standsicherheit dieser für die Warnow-Querung bedeutenden Brücke nicht mehr ausreichte, wurde eine Variantenuntersuchung und eine Gegenüberstellung der Baukosten für eine Sanierung oder einen Ersatzneubau vorgenommen.

Einschätzung der Resttragfähigkeit des Gesamtbauwerks

Gemäß den vorliegenden Bauwerksprüfungen sind alle 3 Teilbauwerke mit der Zustandsnote 4 bewertet. Diese Note bescheinigt (durch visuelle Begutachtung der sichtbaren Bauteile) einen ungenügenden Zustand und besagt, dass die Standsicherheit und/oder die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigt oder nicht mehr gegeben sind. Die regelmäßig durchgeführten Prüfungen bescheinigen eine Zunahme der Schäden und Schadenserweiterungen schon ohne die Belastung aus Kraftverkehr. Hinzu kommt der schlechte Zustand der Pfahlgründung. Ein statischer Nachweis kann für die Gründung nicht mehr erbracht werden. Eine zusätzliche Verkehrsbelastung, besonders horizontale Belastungen (Bremsen und Anfahren) können durch die gebrochenen Pfähle vom Bauwerk nicht mehr aufgenommen werden. Schon bei geringen Lastumlagerungen ist ein plötzliches Versagen einzelner Pfähle und in der Folge durch einen „Dominoeffekt“ ein Versagen des Gesamtbauwerkes nicht mehr auszuschließen.

Behelfsbrücke als Sofortmaßnahme

So wurde kurzfristig eine Straßenbehelfsbrücke direkt neben dem vorhandenen Bauwerk als Sofortmaßnahme geplant, um den Verkehr der gesperrten Hubbrücke aufzunehmen.

Varianten-Untersuchungen

Zur Behebung der Mängel wurden insgesamt sechs Varianten diskutiert. Unter anderem eine Sanierung der Brücke mit Kosten von 6,7 bis 9,7 Millionen Euro, ein Neubau einer beweglichen Brücke mit gleicher Silhouette (6,3 Millionen Euro) oder der Neubau eines festen Brückenbauwerks. 2015 wurde dann eine feste Querung als Einfeldbauwerk gebaut (V 2), die die Personenschifffahrt auf der Warnow ermöglicht – mit 3,5 Millionen Euro (inkl. Behelfsbrücke) die finanziell günstigste Variante.

Schwäne für Schwaan – der Ersatzneubau

Mit dem Ersatzneubau bot sich die Möglichkeit für eine modern gestaltete Brücke, die sich harmonisch in das Stadtbild einpasst. Den Architekturwettbewerb entschied das Rostocker Architekturbüro André Keipke mit einer schlanken Einfeldkonstruktion aus Stahl und Beton mit außenliegenden, seitlich abfallenden Fachwerkträgern, die die Silhouette eines Schwans nachzeichnen, für sich. Die Farben gelb und blau der Fachwerk-Obergurte lehnen sich an das Stadtwappen von Schwaan an. Die Ausführungsplanung erfolgte anschließend durch unser Büro. Mit zwei Fahrstreifen von je 3,25 Metern und beidseitigen Gehwegen hat die neue Brücke eine Gesamtbreite von 12,5 Metern. Die Warnow fließt im Kreuzungsbereich mit der neuen Brücke in einem weiten Rechtsbogen nahezu von Süd nach Nord und weist im Bauwerksbereich eine Wasserspiegelbreite von etwa 30 Metern auf. Sie wird dort als Wasserstraße zurzeit nicht für den kommerziellen Schiffsverkehr genutzt, der eine größere Durchfahrtshöhe erforderlich machen würde, sondern nur von Sportbooten. So konnte auch auf die bisherige Beweglichkeit der Konstruktion verzichtet werden. Bei der Planung und Herstellung des neuen Bauwerks war insbesondere die innerörtliche Lage mit der sehr nah am Baufeld befindlichen Wohnbebauung, die Lage und Höhe der Behelfsbrücke sowie die Lage im Trinkwasserschutzgebiet zu beachten. Der Straßenverkehr sowie der innerstädtische Fußgänger- und Radverkehr sollten durch die Baumaßnahme so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.

Vollsperrung kürzer als geplant

Vor Baubeginn hatte es viel Diskussion um die geschätzte 7-wöchige Vollsperrung für den Straßenverkehr gegeben. Diese war notwendig, weil Platz für den 500-Tonnen-Mobilkran benötigt wurde. Die Stadt war in dieser Zeit „gespalten“ und nur durch die Fußgängerbrücke verbunden. Autos mussten einen Umweg von 25 Kilometern in Kauf nehmen. Umso glücklicher waren alle, dass durch das gute Zusammenspiel aller Beteiligter die Abrissarbeiten nur 5 Wochen gedauert haben. „Das lief besser als geplant“, so Ronald Normann, Leiter des Straßenbauamtes in Güstrow.

Warnow-Brücke Schwaan: Planungsleistungen SCHWESIG + LINDSCHULTE

  • Ersatzneubau der Warnow-Brücke im Zuge der L 13
  • Abbruch des vorhandenen Bauwerks
  • Verschub der vorhandenen Straßenbehelfsbrücke einschl. der Straßenanbindung (+ späterer Rückbau)
  • Bau einer Fußgängerbehelfsbrücke über die Warnow (+ späterer Rückbau)
  • Stützwand NW entlang der Warnow nordwestlich der Brücke
  • Stützwände Ost und West im Zuge der L 13 zwischen Straße und Gehweg
  • Straßenbau und Entwässerungsarbeiten im Zuge der L 13
  • Erd- und Straßenbauarbeiten für Behelfsumfahrungen
  • Umbau der Umfahrung (+ späterer Rückbau)
  • Erneuerung Straßen- und Brückenbeleuchtung
  • Bau einer Zufahrt für Forstfahrzeuge (Anschluss an L 142)
  • Wiederherstellung der Anliegerzufahrten, Rekultivierung der ehemals überbauten Flächen und Herstellung des Urzustandes

Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Ing.
Michael Schwesig

Geschäftsführer


  • Fußgängerbehelfsbrücke in Schwaan
  • Warnow-Brücke in Schwaan, Visualisierung: ©André Keipke
  • Visualisierung: Schwaan Brücke ©André Keipke
  • Straßenbehelfsbrücke Schwaan
  • Stützwand Nord-West, Warnow-Brücke Schwaan
  • Bauphasenplan Warnow-Brücke, Schwaan