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Goch - Pfalzdorfer Straße

Seefläche für Baugebiet nimmt Form an

Auf dem Gelände der ehemaligen Reichswaldkaserne in Goch am Niederrhein, an deren Abriss LINDSCHULTE bereits vor einigen Jahren beteiligt war, wird ein neues Wohngebiet entwickelt. Auf einem Teil des 27 Hektar großen Gelände am Nordrand der Innenstadt entstehen zunächst auf etwa 8,3 Hektar Baugrundstücke für Einzel- oder Doppelhäuser in durchweg guter Lage mit attraktiven Rad- und Fußwegen sowie viel Grün – und einem See in der Geländemitte (siehe Auszug Bebauungsplan). Später soll noch mehrgeschossiger Wohnungsbau mit südländischen Platzstrukturen und integriertem altengerechten Wohnen folgen.

Diese künstlich angelegte Wasserfläche steigert die Attraktivität des neuen Wohngebietes nochmals. Sie ist nur für Anwohner vorgesehen und soll nicht als Naherholungsgebiet dienen. Der See mit einer Wasserfläche von etwa 15.000 Quadratmetern erstreckt sich in der Nord-Süd-Achse über ca. 330 Meter.

Voruntersuchungen

Nach einer auftraggeberseitig durchgeführten Machbarkeitsstudie sowie einer Bodenuntersuchung wurde die LINDSCHULTE Ingenieurgesellschaft aus Nordhorn mit den Planungen für die Seefläche, den Rundweg und das dazugehörige Versickerungsbecken für die Regenwasser-Auffangung beauftragt.

Aufgrund der Vornutzung als Kaserne wurden auch die Grundwasserqualität sowie die Kampfmittelfreiheit geprüft, beide Ergebnisse waren unauffällig und ergaben keine Bedenken für die geplanten Wasserfläche.

Gestaltung des Sees

Die Wassertiefe des Sees wird maximal 1,5 Meter betragen. Die Uferlinie wird mit teilweise mit Winkelstützwänden oder Treppenanlagen gestaltet, ansonsten als fließender Übergang zwischen See und Böschung. In der Mitte der Wasserfläche ist eine „Insel“ mit Querungsmöglichkeit vorgesehen, eine weitere Querung im südlichen Bereich. Am Südufer des westlichen Stichs ist ein Hafenanleger für Unterhaltungsmaßnahmen geplant, wofür Sicherungsmaßnahmen (Beschilderungen, Rettungsringe, ggf. Beleuchtung) vorzusehen sind.

Flachwasserzonen mit Schilfbewuchs im Süden sollen als Zugangsrampen Menschen und Tieren bei Bedarf den Zugang des Sees bzw. das Verlassen erleichtern sowie eine Möglichkeit zur Reinigung des Sees von Treibgut bieten. Aufgrund der im Planungsgebiet üblicherweise vorherrschenden Windrichtung ist an diesen Stellen mit Anschwemmungen zu rechnen. Zur Förderung der Selbstreinigung und Sauerstoffbildung ist eine Initialpflanzung von Wasserpest und Hornkraut vorgesehen.

Da es sich hier nicht um ein natürliches Gewässer handelt, das dazu in unmittelbarer Nähe zu Wohnbebauung steht, ist die Verkehrssicherheit ein wesentlicher Aspekt der Gestaltung. Da keine Schutzgeländer vorgesehen sind, darf im Bereich der „harten“ Uferkanten (Bordsteine, Kantensteine, Treppen etc.) eine Wassertiefe von maximal 30 bis 50 Zentimetern vorherrschen.

Abdichtung

Die Abdichtung des Sees wird entsprechend der vorangegangenen Machbarkeitsstudie durch ein mineralisches Gemisch erfolgen. Diese als Fertigmischung erhältliche Abdichtung ist frostsicher und auch bei vollständiger Austrockung können keine Risse entstehen.

Die Abdichtungsdetails im Bereich von Bauwerken, Durchstoßpunkten oder der Flachwasserzone im Süden bzw. der Uferbereiche mit dem geplanten Schilfbewuchs (Stichwort „Durchwurzelung“) werden in den weiteren Planungsphasen eng mit dem Hersteller der Abdichtung abgestimmt. Bei der Planung wurde darüber hinaus der Hinweis der Stadtentwicklungsgesellschaft hinsichtlich dem möglichen Vorkommen von Bisam und Nutrias einbezogen.

Wasserspeisung

Der Seewasserspiegel soll möglichst geringen Schwankungen (± 10 cm) unterliegen. Wasserverluste sollen vorrang durch den Anschluss befestigter Flächen erfolgen. Simulations-Berechnungen zeigten, das es ausreicht, lediglich die Verkehrsflächen (Erschließungsstraßen) und die befestigten Flächen (Dächer,  Wege) an den See anzuschließen. Da jedoch insbesondere in den Sommermonaten mit größeren Verdunstungen zu rechnen ist, wird am Ostufer ein Grundwasserbrunnen hergestellt, der für eine dauerhafte Nachbefüllung sowie für eine Verbesserung der Umwälzung des Seevolumens sorgt.

Notüberlauf

Um die rechnerische Überlaufmenge von maximal 1 m³/s aufnehmen bzw. ableiten zu können, wurden dafür verschiedene Varianten untersucht. Aus gestalterischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten sowie hinsichtlich der einfachen Unterhaltung fiel die Wahl auf eine Überleitung zur Versickerungsfläche über einen offenen Graben. Der See bekommt dadurch eine trichterförmige Ausbuchtung zur Versickerungsfläche, die auf eine Fläche von ca. 7.700 m² bemessen wurde. Ein kreuzender Fuß- und Radweg wird durch eine Stegkonstruktion mit integrierter Aussichtsplattfom realisiert.

Partnerschaftliche Projektarbeit

Das Projekt war auch für die Gocher Stadtentwicklungsgesellschaft GO! in dieser Art Neuland – aufgrund der Komplexität waren sehr viele Änderungen im Projektverlauf und entsprechend viele Abstimmungen notwendig. Da diese durchgängig in positiver und partnerschaftlicher Atmosphäre abliefen, war es trotzdem für alle Beteiligten ein angenehmes Arbeiten.

  • Zeichnung des Wohnbauprojektes in Goch
  • Goch Baugebiet Lageplan Zeichnung
  • Goch Baugebiet Querschnitt See
  • Goch Baugebiet Querschnitt See 2

Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Marc-Christian Vrielink

Geschäftsführer