Trimodaler Umbau Industrie- und Handelshafen Leer

Der Hafen in Leer ist einer der bedeutendsten kommunalen Häfen in Niedersachsen. Seine Wasserfläche von insgesamt etwa 40 Hektar ist aufgeteilt in die Bereiche Industrie-, Handels- und Freizeithafen.

Mit Investitionen von insgesamt 21 Millionen Euro soll hier ein moderner trimodaler Umschlagplatz für Massen- und Stückgüter entstehen, aktuell befinden sich Investitionsmaßnahmen in Höhe von etwa sieben Millionen Euro in der Antragstellung.

21 Millionen in 6 Wochen – das größte Tiefbau-Projekt in der LINDSCHULTE-Historie

Das Schienennetz der Deutschen Bahn verläuft östlich des Hafens und hat nördlich eine Verbindung mit der Hafenbahn.
Die Südpier wird derzeit als Umschlaganlage für Schrott genutzt. Ihre Oberfläche ist mit Betonplatten befestigt und wasserseitig mit einer Spundwand begrenzt, an der Binnenschiffe verladen können.
Die Atlasfläche ist die letzte noch unbebaute Fläche im Industriehafen und stellt sich derzeit als Brachland dar. Sie besitzt weder eine Oberflächenbefestigung, noch hat sie eine bauliche Abgrenzung zum Wasser.
Beiden Flächen gemein ist der nicht tragfähige Baugrund, welcher zudem noch Verunreinigungen aufweist.

Komplizierte Baugrundverhältnisse erfordern anspruchsvolle technische Lösungen

Die komplizierten Baugrundverhältnisse führen zu anspruchsvollen technischen Lösungen mit einem ca. 2,2 Meter starken Aufbau und Tiefgründungen in besonders beanspruchten Bereichen. Die Schleuse zwischen Hafen und dem Fluss Leda hat eine Länge von 192 und eine Breite von 26 Metern. Der Tidenhub der Leda beträgt durchschnittlich 3,4 Meter. Durch die Schleuse ist der Hafen Leer tideunabhängig, Schiffe können den Hafen also jederzeit ganz normal befahren.

Trimodaler Umschlagplatz: Binnenschiffe, Hafenbahn, LKW

Die Trimodalität der Südpier gewährleistet den Transport von Schüttgut und Stückgut. Der Umschlag zwischen Binnenschiffen, Hafenbahn und LKW erfolgt mit einem 50-Tonnen-Kran. Das Hafenbecken wird bis zu einer Tiefe von 6 Metern ausgebaggert und die gesamte Bahnstecke auf einer Länge von zirka 280 Metern mit einem zweiten Parallelgleis ausgestattet. Die Zufahrt erfolgt weiterhin über die Straße „An der Seeschleuse“. Wenn Züge die Zufahrt blockieren, kann eine neue Zufahrt im Westen genutzt werden.
Auf dem komplett eingezäunten Gelände ist außerdem eine LKW-Waage mit zugehörigem Bürocontainer, eine ganzflächige Beleuchtung sowie eine Ver- und Entsorgungsstation für Schiffe vorgesehen. Die Entwässerung erfolgt über eine Kastenrinne ins Hafenbecken.
Die rückwärtige Verankerung der bestehenden Uferspundwand muss erneuert werden. Die Größe der Multifunktionsfläche beträgt 12.300 Quadratmeter - 4.000 mehr als zuvor.

Berücksichtigung wassergefährdender Stoffe

Die Atlasfläche hat eine Größe von 24.000 Quadratmeter, davon werden 20.000 als Multifunktionsfläche befestigt. Der südliche Bereich wird auf einer Größe von 8.000 Quadratmetern so abgedichtet, dass in diesem Bereich wassergefährdende Stoffe - wie Öl oder Schrott - umgeschlagen werden können. Entstehendes Abwasser wird in einem Regenrückhaltebecken gesammelt, gereinigt und anschließend gedrosselt in den Schmutzwasserkanal der Sägemühlenstraße geleitet. Die Fläche wird mit Stahlfaser-Stahlbeton befestigt, der ausreichend viel mechanischen Widerstand gegen Schrottumschlaggeräte hat.
Die Länge der neu geplanten Kaianlage beträgt 236 Meter. Die Uferbefestigung besteht aus rückwärtig verankerten Stahlspundwänden, welche ca. 16 Meter tief in das Erdreich gerammt werden müssen.
Parallel zur Kaianlage wird eine tief-gegründete Verladefläche hergestellt, auf der 150 Tonnen schwere Kräne die Schiffe be- und entladen können. Die Zufahrt ist von 2 Stellen der Sägemühlenstraße aus möglich. Der Umschlag erfolgt auch hier mit Schütt- und Stückgut. Die Wassertiefe beträgt 6 Meter und ist damit für Seeschiffe geeignet.
Aufgrund in Aussicht gestellter Fördergelder mussten die Tiefbau-Spezialisten von LINDSCHULTE unter Volldampf arbeiten: Das gesamte Investitionsvolumen wurde von den Nordhorner Ingenieuren in nur sechs Wochen „rund um die Uhr“ planerisch umgesetzt – das ist absoluter Rekord, selbst für LINDSCHULTE.

Unser Video visualisiert eindrucksvoll den geplanten Hafen-Umbau.

Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Ulrich Brinkmann

Gesellschafter-Geschäftsführer