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Luftbild Dammtorbrücke 2013 (Bild: Martina Nolte)

Luftbild Dammtorbrücke 2013 (Bild: Martina Nolte)

Ein Projekt im Herzen der Hansestadt 

Ostern 2012. Ausnahmsweise regnet es nicht in Hamburg und so können rund 80 Arbeitende am Dammtor bei freundlichem Wetter die letzte Phase der Brückenerneuerung einläuten. Für den Umbau musste die vorhandene Bausubstanz aufwendig abgetragen und mit Hilfsunterstützungen abgesichert werden. 

Die Arbeiten über die Feiertage waren Teil eines größeren Projektes der Deutschen Bahn, bei dem in Abstimmung mit der Stadt und dem Denkmalschutz die Eisenbahnbrücken komplett neu gebaut werden sollten. Die Bahnstrecke wird sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr genutzt, die zugehörige Brücke schließt auf der östlichen Seite unmittelbar an den Bahnhof Dammtor an und besteht aus insgesamt drei Stahlüberbauten mit vier Gleisen. Obwohl nur zwei der Gleise für den Fernverkehr genutzt werden, ist der Bahnhof der drittgrößte der fünf Hamburger Fernbahnhöfe 

Arbeiten mit Hilfskette 

Die erste Herausforderung bei der Brückenerneuerung bestand in der Hilfskette. Es wurden insgesamt acht Hilfsbrücken errichtet, unter Einbeziehung des mittleren Teils der alten Überbauten. Hierzu war eine uiG (unternehmensinterne Genehmigung) erforderlich, die den Nachweis der Schienenlängsspannung der insgesamt bis zu ca. 54 Meter langen Hilfsbrückenkette umfasst. 

Im Anschluss mussten die neuen Unterbauten aus massiven Widerlagern auf einer Tiefgründung unter den Hilfsbrücken hergestellt werden. Auf der Westseite hatte der Umbau unter Einbeziehung der alten Bausubstanz der Bahnhofsarkaden zu erfolgen. Die Geschäfte und Restaurants blieben während des Umbaus sogar geöffnet. 

Hamburger Dammtorbrücke Brückenerneuerung

Hamburger Dammtorbrücke Brückenerneuerung

Bis ins frühe 19. Jahrhundert war das Dammtor ein traditionelles Stadttor. Es befand sich ursprünglich am westlichen Ufer des Damms über die Alster ungefähr auf der Höhe der Ecke Jungfernstieg und Neuer Jungfernstieg. Flankiert wurde das Tor von einem Befestigungsturm, der den Namen Isern Hinnerk trug, was mit „Eiserner Heinrich“ in Hochdeutsche übersetzt werden kann. Beim Bau der Hamburger Wallanlagen zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde das Tor an den heutigen Stephansplatz verlegt, nahm dabei jedoch seinen Namen mit. 

Vom Stadttor zum Bahnhof 

Altes wie neues Dammtor verbanden die Hamburger Innenstadt mit dem Vorland, den heutigen Stadtteilen Rotherbaum, Harvestehude, Eppendorf und Eimsbüttel. Bis 1860 galt in Hamburg übrigens noch die sogenannte Torsperre. Das bedeutete, dass die Stadttore nachts nur gegen Gebühr geöffnet wurden. 

Es folgte eine bewegte Geschichte mit einigen Abrissen, Um- und Neubauten. 1866 erhielt der am Dammtordamm eröffnete Bahnhof der Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn den Namen Dammtor. Dieser zu ebener Erde in Höhe des heutigen Kinos liegende Bahnhof wurde 1903 durch den heutigen Bahnhof Hamburg Dammtor abgelöst. Das Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz und wurde zwischen 1999 und 2002 aufwändig restauriert. 

Als Ende 2010 die Planungen für die Brückenerneuerungen begannen, war LINDSCHULTE aus Hannover zur Stelle. Die Arbeiten wurden unter rollendem Rad ausgeführt, das heißt, dass der Verkehr währenddessen aufrechterhalten wird. Im Mai 2015 wurde das Projekt abgeschlossen, Auftraggeber war bei diesem Projekt die H.F. Wiebe GmbH & Co. KG aus Achim.