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Sommerzeit ist Freilichtbühnenzeit – bei jedem Wetter

LINDSCHULTE plante die Überdachung der Freilichtbühne in Bad Bentheim

Lange stand es in den Sternen, ob und wann die Freilichtbühne in Bad Bentheim ein Dach über die Sitzreihen bekommen sollte. Die Kosten waren hoch, der Aufwand an der Naturbühne immens. Als 2011 das Ingenieurbüro LINDSCHULTE ins Boot geholt wurde, ging aber plötzlich doch alles ganz schnell und nach nur einer Winterpause stand eine leichte, transparente Konstruktion über gut der Hälfte der 1200 Sitzplätze. Zum Jubiläum (und mit Blick auf die zweite Hälfte der aktuellen Spielzeit) blicken wir noch einmal auf dieses Highlight-Projekt zurück.

Bei der Tragkonstruktion handelt es sich um drei parallel angeordnete Fachwerkbinder mit einer Gesamtlänge von bis zu 41 Metern. Damit sich die Überdachung optimal in die Umgebung einfügt, beträgt die Höhe an der Felsseite 14 Meter, auf der gegenüberliegenden Teichseite nur viereinhalb. Die geschwungene Decke sorgt außerdem dafür, dass die Zuschauer auch die höhergelegenen Bühnenelemente gut beobachten können. Eine lichtdurchlässige Dachmembran hält nicht nur Regen ab, sondern schützt auch gerade tagsüber beim Kinderstück vor direkter Sonneneinstrahlung.


Fachwerkbinder mit einer Gesamtlänge von bis zu 41 Metern.

Fachwerkbinder mit einer Gesamtlänge von bis zu 41 Metern.

Das Ziel: Das Projekt bis zur neuen Spielzeit beenden

Da alle Arbeiten bis zur Premiere am Pfingstwochenende 2012 abgeschlossen sein sollten, war der Druck bei den Planern und allen umsetzenden Bauunternehmen von Jahresbeginn an besonders hoch. Glücklicherweise spielte das Wetter dem Vorhaben in die Karten, und so wurde die Überdachung tatsächlich rechtzeitig zur neuen Spielzeit fertiggestellt – doch nicht, ohne vorher noch einige Hindernisse überwunden zu haben.

Beispielsweise war es vor Baubeginn notwendig, mehrere Tonnen Sandstein von der Felskannte seitlich der Zuschauerränge abzutragen. Die Steinplatten wurden aus Sicherheitsgründen entfernt, denn wegen der Vibrationen, die bei den Arbeiten entstanden sind, hätten die Platten während der Arbeiten oder sogar bei Veranstaltungen abstürzen können. Und trotz allem Zeitdruck hat die Sicherheit bei allen Projekten immer höchste Priorität.

Da einige Teilstücke zu groß für die nahe gelegene Verzinkerei waren, musste das Planungsteam einige Arbeiten zu einer Fachfirma in Bochum auslagern. Zudem mussten der Boden und die Bühne auf dem Areal zusätzlich geschützt werden, da zwei 200-Tonnen-Autokräne benötigt wurden, um die drei Fachwerkbinder an ihre finalen Plätze zu bewegen.


Gemeinsames Werk

Nachdem der Aufbau unter der Leitung und Planung von LINDSCHULTE-Ingenieuren dann im wahrsten Sinne des Wortes rechtzeitig „über die Bühne“ ging, haben viele Ehrenamtliche mit angepackt, damit die Premiere vom „Dschungelbuch“ auch gelingen konnte. Die Mitglieder der Freilichtbühne waren wochenlang jeden Tag im Einsatz und säuberten zum Beispiel die Besucherränge. Und so hieß es dann am 27. Mai 2012: „Bühne frei!“

Dieses LINDSCHULTE-Projekt „in echt“ begutachten und eine tolle, unterhaltsame Zeit an der frischen Luft verbringen? Ab dem 3. August zeigen die Freilichtspiele Bad Bentheim wieder das Stück „Kaninchen können’s besser“, am 4. August läuft „Peter Pan“ wieder an. Schauen Sie gern vorbei, es lohnt sich!