Auszug des Sanierungsplans - Deutsche Bahn-Werk
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Kanalsanierung H&R ChemPharm

Bestandsaufnahme, ganzheitliche Sanierungsplanung und Neubau eines Mischwasserkanals aus GFK für das Entwässerungssystem des Raffineriebetriebsgeländes der H&R ChemPharm GmbH in Salzbergen

Eine fachgerechte, strukturierte und vollständige Dokumentation der vorhandenen Infrastruktur ist die unabdingbare Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb einschließlich Planung und Instandhaltung eines Leitungssystems. Aus diesem Grund wurde die LINDSCHULTE Ingenieurgesellschaft von der H&R ChemPharm GmbH mit den notwendigen Ingenieurleistungen beauftragt, um einen umfassenden Überblick über den baulichen und hydraulischen Zustand des Abwassersystems der Raffinerie Salzbergen zu bekommen und darauf aufbauend ein Sanierungskonzept zu entwickeln. Alle in diesem Zusammenhang stehenden Leistungen von der Bestandsaufnahme der Infrastruktur bis zur Ausführungsplanung der Sanierung wurden im Stammhaus der Ingenieurgesellschaft in Nordhorn erarbeitet.

 

Bestandsaufnahme und TV-Inspektion

Im Jahr 2004/2005 wurde für das gesamte Entwässerungssystem des Raffineriebetriebsgeländes der H&R ChemPharm GmbH in Salzbergen eine Bestandsaufnahme mittels tachymetrischem Aufmaß erstellt und darauf basierend eine Datenbank mit allen relevanten bautechnischen Daten der Abwasserleitungen und -bauwerke angelegt. In den Jahren 2006/2007 folgte dann eine TV-Inspektion des gesamten Kanalsystems, deren Untersuchungsergebnisse anschließend ausgewertet und in Form von Planunterlagen und Berichtswesen dokumentiert wurden. Die TV-Inspektionen beinhalteten ebenfalls die Erfassung des Bauzustandes der Schachtbauwerke mittels computerunterstützter Schachtinspektion (CUS), so dass die Zustandsdaten des gesamten Abwassersystems der H&R ChemPharm vorliegen.

 

Datenübernahme und bautechnische Zustandsbewertung

Im Anschluss an die optische Inspektion erfolgte nach Datenprüfung der TV-Inspektionsdaten auf Plausibilität, Richtigkeit und Vollständigkeit eine Übernahme der Daten in die Kanaldatenbank. Danach wurde eine ingenieurtechnische Zustandsbewertung der Leitungen und Bauwerke nach den Arbeitshilfen Abwasser (ISYBAU-Konzept) als Dokumentation des Bauzustandes und somit als Grundlage für die Sanierungsplanung durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurden Übersichtslagepläne mit Darstellung der Schadensverteilung und Schadensbewertung und detaillierte Schadenspläne mit statistischen Auswertungen erarbeitet.

 

Messkampagne und hydrodynamische Kanalnetzberechnung

Neben den bautechnischen Auswertungen wurde eine Messkampagne auf dem Raffineriegelände durchgeführt. Die Messkampagne diente der Niederschlags-, Durchfluss- und Wasserstandsmessung, um eine realistische Kalibrierungsgrundlage für die hydrodynamische Simulation zu erhalten. Der hydraulische Nachweis des bestehenden Abwassersystems wurde nach Vorliegen der Messergebnisse mit Hilfe eines hydrodynamischen Modells unter Berücksichtigung einer Modellkalibrierung geführt. Hierbei wurden auch einzelne Pumpbauwerke sowie das Zusammenspiel der Schieberstellungen der Tanktassen zeitabhängig simuliert. Die Berechnung der vorhandenen Speichervolumina und die Dimensionierung des zusätzlich erforderlichen Speichervolumens erfolgte mittels hydrologischem Modell mit der Software KOSIM XL.

Die von der H&R zur Verfügung gestellten nennenswerten Einzeleinleitungen wurden den entsprechenden Haltungen separat zugewiesen, um ein möglichst realistisches Abbild der Abflussprozesse zu bekommen. Auf Basis dieser Daten sowie dem Einfluss von Niederschlagsereignissen ist der rechnerische Bestandsnachweis des Kanalsystems ingenieurtechnisch erarbeitet worden. Die Ermittlung der Regenwasserzuflüsse in das Kanalnetz erfolgte durch Definition von Haltungseinzugsgebieten (Gebietsdiskretisierung) mit anschließender Verschneidung der Einzugsgebiete mit den befestigten Flächen.

Bei klaren Gebietsstrukturen erfolgt die Generierung der Haltungseinzugsgebiete in der Regel mittels Thiessen-Polygone, so dass eine automatische, softwaregestützte Bearbeitung erfolgt. Aufgrund der Komplexität des Gesamtsystems konnte für das Kanalnetz der Raffinerie Salzbergen diese Bearbeitung jedoch für den IST-Zustand nicht durchgeführt werden. Die Haltungsflächen wurden manuell unter Beachtung/Verwendung der folgenden Parameter jeder Haltung einzeln zugewiesen:

  • Berücksichtigung der Höhendaten mittels digitalem Geländemodell
  • Berücksichtigung der Anschlussleitungen aus der TV-Befahrung
  • Berücksichtigung der Luftbilder
  • Berücksichtigung der Laserscan-Befliegung
  • Bestandsunterlagen
  • Berücksichtigung und Abgleich der Daten mittels Vor-Ort-Begehung

Die erforderlichen Luftbilder wurden dabei als georeferenzierte Orthofotos mittels Airborn-Laserscanning durch Hubschrauberbefliegung angefertigt und dienten dem Aufbau eines digitalen Geländemodells.

 

LINDSCHULTE-Leistungen: 

  • Tachymetrische Vermessung des gesamten Kanalbestandes
  • Aufbau einer Datenbank
  • Erstellung von Bestandsplänen
  • Vorbereitung, Ausschreibung und Begleitung der TV-Inspektion
  • Auswertung der TV-Inspektion, Zustandsbewertung und Erstellung von Schadensplänen
  • Sanierungsplanung baulich (offen und geschlossen)
  • Niederschlags-Abfluss-Messkampagne
  • Aufbau eines DGM aus Laserscan-Befliegung
  • Hydrodynamische Kanalnetzberechnung einschl. Kalibrierung
  • Hydrodynamischer Überflutungsnachweis des gesamten Betriebsgeländes mittels gekoppelter 2D-Strömungssimulation
  • Sanierungsplanung hydraulisch einschließlich Variantenplanung
  • Kombinierte bautechnische und hydraulische Sanierungskonzeption einschl. Nutzwertanalyse
  • Anfertigung von vergleichenden Kostenschätzungen und Kostenanalyse

 

LINDSCHULTE
Ingenieurgesellschaft mbH
Dipl.-Ing. Dirk Brunhöver


Seilerbahn 7
48529 Nordhorn

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