Regenwasserkanalisation für Roche Diagnostics GmbH, Penzberg

Das in Penzberg gelegene Werksgelände der Firma Roche Diagnostics GmbH umfasst eine Fläche von rund 44 Hektar bei einem Befestigungsgrad von rund 85 Prozent und entspricht damit einem innerstädtischen Bauprojekt. Durch starke Regenereignisse traten im Werksgelände Überflutungen an der Geländeoberfläche auf, die den Auftraggeber veranlassten, das bestehende Regenwasser-Kanalisationsnetz hydraulisch sanieren zu lassen.

Projektübersicht

Fertigstellung
2018
Bauart
Neubau
Gebäudeart
Versorgungsleitungen
Ausgeführte Arbeiten
Objektplanung LPH 2-9, hydraulische Berechnungen, Antragsunterlagen für Baurecht + Wasserrecht, Koordination des Bauablaufs
Auftraggeber
Gemeinde Dietramszell
Bausumme
ca. 1,1 Millionen EUR

Unsere Leistungen

Hydraulische Sanierung der Regenwasserkanalisation:

  • umfangreiche Vorstudien und hydraulische Berechnungen sowie diverse Variantenuntersuchungen
  • Planungsphasen von der Grundlagenermittlung bis zur Ausführungsplanung, Erstellung der Ausschreibungsunterlagen und Mitwirkung bei der Vergabe
  • örtliche Bauüberwachung sowie die Bauoberleitung bis hin zur Abnahme und Inbetriebnahme

Projektbeschreibung

Ausgangssituation

Die Entwässerung des Werksgeländes erfolgte über die bestehende Regenwasserkanalisation mit Ableitung in ein naturnahes Regenrückhaltebecken. Bei Starkregen kam es jedoch wiederholt zu Überflutungen auf dem Gelände. Eine hydraulische Überprüfung des Kanalnetzes zeigte einen dringenden Sanierungsbedarf, da die sichere Regenwasserableitung für die Betriebssicherheit des Werks höchste Priorität hatte.

Entwicklung des Entwässerungskonzepts

Nach umfangreichen Variantenuntersuchungen erwies sich der Bau eines leistungsfähigen Entlastungssammlers DN 2000 als technisch und wirtschaftlich beste Lösung. Der neue Sammler sollte das Werksgelände von West nach Ost durchqueren und die kritischen Knotenpunkte des Regenwassernetzes hydraulisch entlasten.

Das bestehende Kanalnetz blieb dabei weiterhin in Betrieb. Erst bei definierten Stauhöhen wird überschüssiges Wasser über Schwellenbauwerke in den neuen Sammler geleitet. Dessen Speichervolumen von rund 1.400 m³ sorgt für zusätzliche Rückhaltung, bevor das Wasser kontrolliert in das Regenrückhaltebecken abgegeben wird.

Planung unter anspruchsvollen Randbedingungen

Die Umsetzung war durch die dichte Belegung der Werkshauptstraße mit zahlreichen Versorgungsleitungen sowie die Nähe zu Betriebsgebäuden erschwert. Eine offene Bauweise kam daher nicht infrage.

Stattdessen wurde der Entlastungssammler im gesteuerten Rohrvortrieb (Microtunneling) unter der bestehenden Infrastruktur hindurch geplant und realisiert. Aufgrund der anspruchsvollen Geologie mit Tonmergel, Sandstein und Grundwasser wurde ein flüssigkeitsgestütztes Vortriebsverfahren gewählt.

Besondere Herausforderungen

Zu den größten Herausforderungen zählten die wechselhaften Baugrundverhältnisse sowie die Herstellung des Zielschachtes in einem stark durch Leitungen belegten Kreuzungsbereich. Durch den Einsatz einer geologisch angepassten Vortriebstechnologie sowie präzise Bauausführung konnten diese Anforderungen erfolgreich bewältigt werden.